Ann Wolff "Kopf oder Zahl"

- Neue Skulpturen in Glas und Beton | Zeichnungen

09.03.2012
14.04.2012

Für Ann Wolff, eine der herausragenden europäischen Bildhauerinnen, ist Glas als Werkstoff die große Konstante in ihrer künstlerischen Arbeit: seit Mitte der 60er Jahre entstehen kraftvolle und zugleich sensible Arbeiten in massiv gegossener bildhauerischer Form in diesem Material - figurative und abstrakte Meisterwerke aus Farbe und Transparenz. Als eine der wichtigen WegbereiterInnen hat sie Wesentliches zur Verbreitung der Studioglas-Bewegung in Europa in den 70er Jahren beigetragen und nicht zuletzt dieses Medium über die Grenzen Europas hinaus bekannt gemacht. Sie zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart in ihrem Medium: ihre Arbeiten sind weltweit in wichtigen Museen und öffentlichen Sammlungen vertreten.

Im Juni 2011 erhielt Ann Wolff für ihr Lebenswerk den Glass Art Award in Seattle verliehen; im Dezember 2011 folgte als weitere große Auszeichnung der Europäische Kulturpreis „Pro Europa“ in Strassbourg.

Aus diesem Anlaß ist diese erste Berliner Einzelausstellung Ann Wolff entstanden: wir freuen uns, neuentstandene Skulpturen der letzten drei Jahre in Glas, aber auch Beispiele in Beton zeigen zu können.

Glas hat als Werkstoff längst seinen festen Platz in der internationalen zeitgenössischen Kunst gefunden. Seine besondere Eigenschaft - die der Transparenz – gibt ihm gegenüber vielen anderen Materialien der zeitgenössischen Skulptur sogar eine zusätzliche Dimension und eine andere Wahrnehmungsebene. Glas als gegossene Form ist kompakt, von dichter Materie, zugleich aber auch schwebend leicht, es fängt das Licht ein und bricht es.

Ann Wolff greift das Thema von Verbindung und Grenze, der Vielschichtigkeit der Ebenen, das Spiel mit den Oberflächen- und Detailstrukturen, mit Licht und Farbe, sowie Tiefenräumlichkeit auf. Der Betrachter ist zu visueller, emotionaler und physischer Entdeckung aufgefordert.

In den neuen Arbeiten der letzten drei oder vier Jahre sind die Figuren nicht mehr in einem Block eingeschlossen, sondern stehen als fast schon autonom gewordene typisierte Figuren vor einem Hintergrund oder entwachsen einem Kubus, der ihnen jeweils einen neuen Umraum innerhalb des Raumes zuweist. Und zugleich ein neues austariertes Spannungsverhältnis zwischen Statik und Dynamik, Rythmisierung und minimaler Bewegtheit entstehen lässt: einen energetischen Zustand, einen ‘Zeit-Raum‘.

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